Segler und Fischer haben den Kürzeren gezogen. Ab Mitte 2005 verbindet der Katamaran Konstanz und Friedrichshafen.
Frank van Bebber
Die Richter des Verwaltungsgerichtshofes in Mannheim sind überzeugt, der Katamaran werde Fischer und Segler "nicht behelligen". Die Juristen zeigten sich in ihrer Entscheidung vor allem von einem Ortstermin im vergangenen Oktober beeindruckt, als sie die vorgesehene Route mit einem Boot der Wasserschutzpolizei abgefahren waren. Danach stehe für sie fest, dass die befürchteten Risiken zuverlässig ausgeschlossen werden könnten.
50 Meter Bremsweg
So betrage der Bremsweg der 40 Stundenkilometer schnellen Schiffe nur 50 Meter. Die Katamarane müssten - anders als die übrigen Bodenseefähren - allem ausweichen. Sie könnten auch bei schlechter Sicht Hindernisse orten. Gegen die neue Linie geklagt hatten ein Fischer und ein Segler. Sie fürchten, der Katamaran könnte sie vor allem bei Nebel überfahren. Der Sprecher der 165 Berufsfischer am Bodensee, Andreas Geiger, kritisierte dagegen das Gericht. "Ich fürchte, irgendwann kommt es zum Unfall." Der Katamaran sei teuer, gefährlich und unnötig. "Nicht nur wir haben den Prozess verloren, es hat der Bodensee insgesamt verloren." Die Fischer wollen weitere rechtliche Schritte prüfen. Nach dem klaren Urteil des Verwaltungsgerichtshofs ist der Katamaran aber juristisch kaum noch zu stoppen.
In der Vorinstanz gescheitert Die Kläger waren bereits in der Vorinstanz damit gescheitert, die 500-seitige Erlaubnis des Konstanzer Landratsamts aus dem Jahr 2000 zu kippen. Teil der Genehmigung sind viele Auflagen. So muss die Schiffsbrücke meist mit zwei Personen besetzt sein. Wärmebildkameras und Richtmikrofone sollen andere Boote anzeigen. Die Reederei ist verpflichtet, Fischernetze auf ihre Kosten mit Radarreflektoren zu versehen. Der Vorsitzende des Beirats der Katamaran-Reederei, der Konstanzer Bürgermeister Volker Fouquet (SPD), sprach von einem "sehr sicheren und umweltgerechten" Verkehrsmittel. Das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes freue ihn, "da ich seit 1998 für die wichtige Katamaran-Verbindung kämpfe."
Schiffe ausgeschrieben
Die Katamaran-Reederei hatte in Erwartung eines für sie günstigen Urteils schon in den vergangenen Tagen den Bau der Personenschiffe ausgeschrieben. Die beiden 30 Meter langen Doppelrumpfboote sollen je bis 150 Passagiere in weniger als einer Stunde zwischen Konstanz und Friedrichshafen befördern. Mitte 2005 werde der Betrieb starten, sagte Reederei-Geschäftsführer Kuno Werner nach dem Urteil. Das Investitionsvolumen liegt nach früheren Angaben bei 6,5 Millionen Euro. Fischern und Seglern bot Werner neue Gespräche an. Es wäre "grotesk", sollten sie ihren Widerstand nun nicht aufgeben. Die Katamaran-Reederei wird von den Konstanzer Stadtwerken und den Technischen Werken Friedrichshafen getragen. Die Schiffe sollen ganzjährig auf der 24-Kilometer-Strecke fahren. Als Linienverbindung ist der Betrieb vom Land förderbar. Quelle:
Thurgauer Tagblatt 17.01.2004
Trotzdem einen schönen Tag, Bodensee-News Hörbi Brüllmann
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