17. Dezember 2005

Konstanzer Segler auf Platz zwei in Südamerika

Team Printus mit Tino Ellegast, Arne Gülzow und Zeno Danner verpasst knapp den Match Race-Titel im argentinischen Buenos Aires

Segeln: Bei der Südamerikanischen Meisterschaft im Match-Race Segeln in Buenos Aires (Argentinien) war auch das Konstanzer Team um Tino Ellegast vertreten. Bei 30 Grad und bis zu fünf Windstärken traten in der ehemals olympischen Bootsklasse Soling vier Nationen an, um den neuen Meister zu bestimmen. Unter Ihnen Daniel Glomb, bester Match-Racer Brasiliens, Gustavo Warburg, Olympiateilnehmer im 470 und mehrfacher Soling-Weltmeister und Nelson Ilha, Südamerikanischer Match-Race Meister 2001.

"Die Soling-Profis haben sogar die
Manövertechnik bei uns abgeguckt."

Tino Ellegast

In einer ersten Round-Robin galt es, um den Einzug ins Halbfinale zu kämpfen. Mit einen Optimalgewicht von 260 kg und einen zweitägigen Training vor der argentinischen Hauptstadt gelang es Ellegast, Gülzow und Danner die sieben Rennen der Round Robin ungeschlagen zu beenden und als Favorit dieser Meisterschaft ins Halbfinale einzuziehen. "Die Soling-Profis haben sogar die Manövertechnik bei uns abgeguckt", weiß Ellegast stolz zu berichten. Egal, was wir anders gemacht haben, im nächsten Flight hat es der Argentinier auch gemacht."

Das erfolgreiche Team Printus (von rechts): Tino Ellegast (Schüler Segelclub Konstanz), Arne Gülzow (Segler Verein Staad) und Zeno Danner (Konstanzer Yachtclub). B i L D : s K

Das Einzige, so Danner, was die Südamerikaner nicht geschafft haben nachzuahmen, sei die Halse gewesen. Mit seinen über 1,90 m Körpergröße konnte Danner die Halsen "von unten" machen, er musste nicht aufs Vorschiff treten, konnte somit unruhige Bewegungen im Boot vermeiden und durch anschließendes "Anpumpen", in der Seglersprache ein Aufschaukeln des Bootes, um sofort nach dem Manöver Druck in die Segel zu bekommen, den Speed im Boot halten. So haben die drei Bodensee-Segler auch das Match gegen Nelson Ilha gewonnen. Am Start zurückliegend mussten sie, so Gülzow, tief in die Trickkiste des Matchrace Segelns greifen, um durch gewagte Scheinhalsen das Wegerecht zu erlangen und einer anschließenden schnellen Halse den Gegner bis in den Wind zu drücken.

Das nächste Rennen gegen Martin Busch, Vierter der vergangenen Soling Weltmeisterschaft, sollte nicht weniger spannend verlaufen. Nach einem gewonnen Start erreichten die drei Konstanzer zuerst die Luvtonne und rissen den Spinnaker hoch, der jedoch nur zur Hälfte oben ankam. Die andere hing zerrissen in der Saling. Trotzdem schafften es die Konstanzer, jeden Angriff zu verteidigen. Somit stand das Team Printus im Finale. Das Finale lief für die Youngsters jedoch nicht wie erwartet. Gegen Daniel Glomb, bisher Südamerikänischer Vizemeister im Match Race, konnte das Deutsche Team seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. "Es wollte einfach nichts klappen", so Ellegast. Bei abflauenden Winden und einsetzender Strömung konnte die Mannschaft um Tino Ellegast zwar den 0:2-Rück-stand verkürzen, musste sich jedoch im vierten Rennen dem Brasilianer geschlagen geben. Das Team Printus um Steuermann Tino Ellegast liegt derzeit auf Platz 31 der Weltrangliste und wird sich durch diesen Erfolg in Südamerika in Kürze unter die Top 30 schieben. Durch ihre Qualifikation zum Match Race Germany werden sie im kommenden Mai in Langenargen am Bodensee gegen Weltgrößen wie Roussel Coutts, Jochen Schühmann, Peter Gilmoure und verschiedene Americas Cup-Syndikate antreten.